Anonym

Inspiration

“I like the down and dirty side of things, […] I don’t like things to be too polished. We’ve got fashion magazines for that.” (Zitat von Jenny Saville)

In der Kunstgeschichte wurden Frauen zwar oftmals nackt dargestellt, meist aber stilvoll, sinnlich, ästhetisch, von Männern porträtiert und deren Schönheitsideal entsprechend.

Die französische Psychoanalytikerin und Feministin Luce Irigaray beispielsweise, erörterte die negative sexuelle Identität der Frau zu sich selbst. Sie kritisiert die übliche Einteilung in zwei Geschlechter, wobei das männliche unser gesamtes System und sogar unsere Sprache beeinflusst.

In der Entwicklung formen sich das Ich- Gefühl und die eigene Identität durch gesellschaftliche Beeinflussungen heraus, wobei das gesellschaftliche Rollenbild stark durch ein männliches Frauenverständnis geprägt ist. Zusätzlich wird der weibliche Körper von Medien objektiviert und sexualisiert.

Die Medien haben einen stetigen Einfluss auf die Menschen, oftmals ohne dass sie dies wahrnehmen. Täglich werden wir mit teils unbewussten Medienerscheinungen konfrontiert, welche das Denken und Handel, die Kultur sowie die Erziehung beeinflussen.

Werbeplakate mit leicht bekleideten Frauen sind alltäglich und konfrontieren die Passanten mit der dargestellten Schönheit von Frauenkörpern und der Idee was die Medien als Ideal empfinden.

ich und anonym

Die Malereien

Diesem Phänomen soll “Anonym” entgegenwirken, indem ebenfalls nackte Körper präsentiert werden, diese aber mit teilweise übertriebenen Körperproportionen dargestellt sind. Was gesellschaftlich als Schön empfunden wird, wird ins Gegenteilige gekehrt und damit die Absurdität der vorherrschenden Konventionen unterstrichen und hinterfragt.

Alle vier Malereien zeigen nackte, fettleibige, fleischige Frauen, welche dem heutigen gesellschaftlichen Schönheitsideal zuwiderlaufen. Somit wirken sie der, ebenfalls unrealistischen Mediendarstellung entgegen und bilden einen Gegenpol, sollen polarisieren und den Betrachter roh und ungeschönt entgegen treten.

Die Werke sind als Kritik an das idealtypische Bild des Körpers einer Frau zu verstehen, wobei dieses im provokanten Zwischenspiel zwischen Sexualität und Brutalität thematisiert wird.

Werke