Metamorphose

Das Fremde ist nur in der Fremde fremd

Das Werk Metamorphose ist im Rahmen der Ausstellung “Das Fremde ist nur in der Fremde fremd“ in der ehemaligen Synagoge Kriegshaber in Augsburg entstanden. Zusammen mit anderen Werken steht die Arbeit in einer engen Wechselbeziehung zwischen der Geschichte, dem Raum und dem Ort der Synagoge.

המטמורפוזה - Metamorphose

Metamorphose: „Evolutionäre Anpassung an jeweilige Umweltbedingungen, um Überleben unter unterschiedlichsten Lebensbedingungen zu gewährleisten“.

Die Installation steht sinnbildlich für Entwicklung, Anpassung und Veränderung im Lebensweg.
Die Fremde bürdet dem Fremden Isolation und Andersartigkeit auf.
Urmenschliches Streben nach Anschluss verleitet den Fremden sich anzugleichen, sich zu verändern.
Der Fremde die Unvertrautheit zu nehmen, die Fremde durch Vertrautheit zu ersetzen.
Die Fremde selbst, wird passiv Teil von Wandel. Durch das neue Element verändert sich deren Zusammensetzung um eine neue Komponente.
Reziprok nähern sich nun das Andersartige und die Fremde einander an, nehmen sich das Fremde, durchlaufen beide Metamorphose.
Beide bringen unterschiedliches mit und verändern sich wechselseitig.
Durch die Abwesenheit und Metamorphose des Fremden in der Fremde, wird dieser der eigenen Heimat nun entfremdet. Alles was bleibt ist Metamorphose zwischen vielen Fremden. Metamorphose ist das was Fremde, in der Fremde, mit den Fremden verbindet, Vertrautheit gibt, Ungewissheit nimmt und Heimat schafft.
Fremde ist dort Fremd wo Metamorphose ist.
Der*die Betrachter*in durchschreitet zwangsläufig die Rahmen, welche Wandel repräsentieren, um zu seinem Ziel, dem Tora Schrein zu gelangen.
Wie im Alltag geschieht dieser Prozess, das Durchschreiten von Lebensabschnitten, Veränderungen und Schwellen, oftmals passiv oder unbewusst.

Der historische Raum selbst verkörpert jenen Transformationsprozess und ist als Werkrahmen zu sehen.

„(…)Die Arbeiten ließen sich von dem Raum und seiner Geschichte inspirieren, sie setzen eigene Akzente, ohne dieser Synagoge etwas zu nehmen. Dalia Parisi Stix gelingt es sogar, mit drei Toren den Besucher auf den leeren alten Thoraschrein zu fokussieren. Ihre „Metamorphosen“ lösen sich perfekt perspektivisch vom Fundament und signalisieren Durchgang zu einem Neubeginn.” (Augsburger Allgemeine)

Werke